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Die „Ruhrtal-Permanente“ des RV WITTEN 1946
Wer sich entschließt, diese 75-km-Strecke zu fahren, wird sich entlang dieser Route über Sehenswürdigkeiten und landschaftliche Reize nicht beklagen können. Der Start an der „ARAL-Tankstelle“ an der Ecke Crengeldanz- / Sprockhöveler Straße sollte wegen der freundlichen Hilfestellung des Personals ohne Mühen gelingen. Das Autohaus im Hintergrund ist einer der Sponsoren des Vereins und unterstützt in hohem Maße auch die Rennsport Aktivitäten bei unserem traditionellen, alljährlichen Radrennen in Witten-Heven Wie fast überall im Ballungszentrum der Ruhrgebietsstädte müssen einige Ampeln überwunden werden, bis die Landschaft in den Vordergrund tritt. Das geschieht nach etwa 3 km, wenn man an der „Herbeder Straße“ nach links auf den „Ruhrdeich“ abbiegt. Nun liegt das Ruhrtal direkt unter den Rädern. Die Ruhr ist an der rechten Straßenseite bald hinter den Straßenbäumen zu erkennen. Wenig später – auf der linken Seite bestimmt immer noch das Werksgelände des Wittener Edelstahlwerks das Straßenbild - erkennt man auf der Höhe der südlichen Ruhrberge das „Schloss Steinhausen“, das schon 1434 von Dortmunder Rittern erstmals zerstört wurde. Die Ruhr ist seit 1780 als Schifffahrtsweg ausgebaut. Bald soll sogar ein durchgehender Radweg verfügbar sein. Wenn man –rein gedanklich- der Uferstraße drüben nach Westen folgt, erreicht man wenig später das „Muttental“, eine der Wiegen des Kohlenbergbaus im Ruhrtal mit zahlreichen Beispielen früherer Bergbau-Technologie und einem Kleinbahn-Museum auf dem Gelände der ehemaligen Zeche und Ziegelei „Nachtigall“. (Sehenswert ! ) Schon bald kommt bei der Weiterfahrt ein Eisenbahn-Viadukt über das Ruhrtal in Sicht. Ein Abzweig der Eisenbahnstrecke Witten-Hagen führt eine Nebenstrecke erst über 3 sehenswerte Stahlträger–Konstruktionen und dann über weitere 17 Ruhrsandsteinbögen als Viadukt auf die andere Ruhrseite in Richtung Wengern nach Hagen. Das Bauwerk entstand um 1915 und gehört heute zu den Sehenswürdigkeiten der historischen Route der „Industriekultur des Ruhrgebiets“. Auf der Ruhrseite der Straße passiert man alsbald zuerst den 1892 gegründeten Wittener Ruderclub. Und wer einige Minuten verweilen möchte, sollte vor der unmittelbar folgenden Eisenbahn-Unterführung einen kurzen Halt machen am Wasserkraftwerk „Hohenstein“ auf der rechten Straßenseite. (VEW /RWE) Nach etwa 10 km auf der nördlichen, rechten Flusslaufseite der Ruhr erreicht man Wittens südliche Nachbarstadt Wetter. Mit Witten gemeinsam hat Wetter eine wichtige Rolle gespielt bei der frühen Entwicklung der Eisen- und Stahlindustrie im Ruhrtal. Einer der bedeutendsten Industrie-Pioniere der damaligen Zeit, Friedrich Harkort, verleit Wetter noch heute das Flair einer Märkischen Regierungsstadt vor dem Hindergrund industrieller Entwicklungsgeschichte., als Beispiel sei hier auch die Firma DEMAG (seit 1910) genannt, die nahezu in der Stadtmitte gelegen ist. Friedrich Harkort ist u.a. auch der Namensgeber des bekannten Turnfestes auf dem „Harkortberg“, und nicht zuletzt trägt der Staubereich der Ruhr, den wir etwas später erreichen, seinen Namen (Harkort -See). Nachdem wir am zentralen Kreuzungspunkt in Wetter nach links über die „Kaiserstraße“ leicht bergauf fahren, sehen wir auf der rechten Straßenseite kurz vor dem Ende der Steigung das alte historische Rathaus der Stadt und etwas später in einer Seitenstraße auf dem Scheitelpunkt der Bergstrecke auch die Reste der alten „Burg Wetter“, auf der Friedrich Harkort 1819 seine „Mechanische Werkstätte“ zum Bau von Bergwerks- und Textilmaschinen gründete und später dort den ersten Puddelofen zur Gewinnung schmiedbaren Eisens errichtete. .Bei leichtem Gefälle kommt bald zwischen den Bäumen auch der Stausee der Ruhr –der Harkortsee- zum Vorschein, wenn es weiter in Richtung Herdecke geht. Das „Cuno“-Kraftwerk auf der rechten Straßenseite wurde 2005 weitgehend demontiert und soll in den kommenden Jahren modernisiert wieder in Betrieb gehen. Nun erreichen wir die Stadt Herdecke (Marktrecht seit 1355), deren Ortskern durchfahren wird. An dem Schulzentrum „Am Bleichstein“ mit dem Gymnasium des „Friedrich Harkort“ nähern wir uns wieder bis auf wenige Meter der Ruhr. Schon bald erreichen wir den malerischen „Schiffswinkel“. Obwohl die Stahlkonstruktion einer Brücke rechts zum Überqueren einlädt, fahren wir zuerst nach links und bleiben diesseits der Ruhr. Die erkennbare Staustufe an dieser Stelle weist uns darauf hin, dass nun der „Hengsteysee“ den Fluss der Ruhr beruhigt. Das Fahrgastschiff mit den Namen des berühmten Pioniers der deutschen Bergamts-Verwaltung „Freiherr vom Stein“, hat hier seinen Liegeplatz. Der Freiherr war ab 1784 Direktor des „Märkischen Bergamts“ in der Stadt Wetter und wohnte in Herdecke. Nach kurzer Fahrzeit scheint die Strecke beendet zu werden. Doch keine Scheu! Entlang eines Zick-Zack-Weges überwindet man schnell die Hindernisse an dem RWE- „Koepchen“-Kraftwerk , das wegen eines oberhalb in den Bergen des Ruhrtals liegendenden Wasserspeichers zu den bemerkenswerten Vertretern seiner Art zählt. Während verbrauchsarmer Zeit wird Ruhrwasser in den Speichersee nach oben gepumpt, um während späterer Spitzenbelastung die in Seehöhe liegenden Turbinen des Elektrizitätswerkes zusätzlich anzutreiben. Vom Nordufer des Hengsteysees geht es nun über die Ruhrbrücke, die uns in den Hagener Stadtteil „Bathey“ führt. Hier warten weitere bemerkenswerte Einrichtungen auf den Fahrer : Als erstes passiert man das Druckzentrum der wichtigsten Tageszeitungen unserer Region und etwas später liegt der Material-Lieferant für Druck-Erzeugnisse aller Art auf der rechten Straßenseite. Riesige Holzlager verraten schon, was hier produziert wird: PAPIER der Firma StoraEnso. Übrigens: Auf der linken Straßenseite ist der südliche Zufluß der Ruhr aus dem Sauerland auszumachen, die „Lenne“ , die wenig später überquert wird, um in Richtung Schwerte zu fahren. Die Strecke führt erneut in „Westhofen“ über die Ruhr und erlaubt ein flüssiges Tempo (meistens mit Rückenwind) bis hinein in das kleine Hanse-Städtchen Schwerte, das verwaltungstechnisch zum Kreis UNNA gehört. Die Ortsdurchfahrt erfordert besonders zu Marktzeiten etwas Vorsicht, ist jedoch relativ schnell überstanden. Dann geht es bald schon weiter in östlicher Richtung auf Fröndenberg zu. Jedoch die kurze Permanenten-Distanz erfordert nach Passieren eines größeren Fahrradgeschäftes auf der rechten Straßenseite baldiges Abbiegen nach rechts in Richtung GEISECKE. Wie schon zu vermuten ist: Hier kommt schon bald wieder die Ruhr in Sicht. Doch bevor sie überquert wird merken wir uns am Gasthaus „Wellenbad“ auf der linken Seite die Biermarke oder lassen uns von freundlicher Hand einen Bestätigungsstempel geben. Eine leichte Steigung lässt anschließend die kurze Erholung an der Kontrollstelle vergessen. Doch die darauffolgende Abfahrt westwärts in Richtung Schwerte „Villigst“ entschädigt über Gebühr. Hier kann etwas „für den Schnitt“ getan werden. Ein Blick nach rechts zur Ruhr lässt erkennen, dass das weite Tal vorwiegend als Wassergewinnungs-Gelände unserem Nutzen dient. Die weitere Fahrt auf der Südseite der Ruhr führt über „Ergste“ und nach Überquerung der Autobahn A45 zurück bis nach Hagen–Kabel. An der Papierfabrik geht es nun geradeaus weiter. Nach Unterquerung der Autobahn A1 im Stadtteil Hagen-Bathey suchen wir den Weg über die südlichen Anhöhen des Ruhrtals mit Blick auf den Hengsteysee. Von hier hat man zuerst gegenüber auf Bergeshöhe die Hohensyburg in Dortmunds Süden mit Spielcasino und Kaiser-Wilhelm-Denkmal im Blick, dann folgt bald das eindrucksvolle Bauwerk des „Koepchen“-Speicherkraftwerks. Schon bald erreichen und überqueren wir die vorhin erwähnte Stahlkonstruktion der Brücke über das Stauwehr des Hengsteysees am „Schiffswinkel.“ Über bekannte Wege geht es nun zurück durch Herdecke nach Wetter. Wenn wir Wittener vom „Zillertal“ sprechen, dann meinen wir die Strecke entlang des links liegenden Harkortsees mit Steigung nach Alt-Wetter. In Wetter halten wir uns rechts und sind bald auf der leicht abschüssigen Strecke zurück nach Witten. Erfahrungsgemäß wird hier verstärkt „Gas gegeben“, geht es doch dem Ende entgegen. Zur linken Hand liegt wieder die Ruhr, rechts passiert man das „Haus Mallinckrodt“ mit umfangreichen Waldbeständen. Bald ist man an „Gedern“ vorbei, und nach einer leichten Linkskurve darf man den Kopf nicht zu tief über den Lenker beugen: In der Entfernung leuchtet rechts am Berghang ein weiteres Relikt aus der Gründerzeit der westfälischen Industrie auf: Das Sandsteindenkmal, das man oberhalb der Straße erkennt, hat der Industrielle Louis Constans Berger gestiftet und ist nach ihm benannt. Auf ihn geht u.a. auch seit 1853 die Stahlproduktion in Witten zurück. Von der Aussichtshöhe des Turmes genießt man übrigens einen der schönsten Ausblicke auf das Ruhrtal. Nun liegen noch ca. 5 km bis zur Rückkehr an den Ausgangspunkt der „Ruhrtal-Permanente“ vor dem Fahrer.
Wenn diese Beschreibung der Streckenhöhepunkte genügend „Geschmack“ gemacht hat, würden wir uns freuen, demnächst möglichst viele Fahrer zum „Probieren“ begrüßen zu können.
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